Rucksackvesper auf einer Albwanderung um 1930 - Eine Bildbetrachtung.


Wandergruppe unterwegs beim Rucksackvesper.

Die beiden sonntäglich gekleideten, von links:  Wilhelm Gaiser, Brühlstraße (1909-1978), Theodor Gaiser, Zimmermann (1908-1991), beide sind Vetter 4. Grades, passen nicht so recht zu den drei Zünftigen.  Sie haben auch keinen Rucksack, aber ein Vesper dabei. So richtigen Hunger scheinen sie auch nicht zu haben. Die drei mit den "Knickerbockerhosen" hauen ja richtig rein, bis zur "Bewegungsunschärfe" des Bildes. Die Jahreszeit scheint dem Winter näher zu sein als dem Frühling, es liegen noch Schneereste. Der rechts im Bild sitzende hat die richtigen Stiefel an, Bergstiefel mit Nägel an den Sohlenkanten. Da können die Gaiservettern mit ihren Sonntagsschuhen nicht mithalten.
Der Schriftsteller Cees Nooteboom schrieb einmal in einer Erzählung "Bei Fotos ist immer wichtig, wer nicht drauf ist, aber woher soll man das wissen? Ich meine, wenn man die Menschen auf dem Foto nicht kennt kann man auch nicht wissen, wer fehlt. Das ist der Unterschied." (Nachts kommen die Füchse, Seite 39).
Dass die beiden Gaiser den Fotografen kennen, bin ich mir ganz sicher, sonst wäre  dieses Foto nicht im Familienbesitz. Vermutlich war der Bruder von Theodor noch dabei. Gustav (1905-1988) war ebenfalls ein begeisterter Wanderer. 

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