Steiner, ein Flugzeugführerleben, Teil 1

Erich Steiner, Schreiner, geb. am 8.8.1918 in Wannweil,
gestorben am 19.3.1944 nach Flugzeugabsturz beiNeresheim



Flugplatz Krosno in Polen, Deutsche Luftwaffe 1940, Zeichnung nach Foto

1932 wurde der Flugplatz eröffnet und sechs Jahre später wurde die Flugschule von Bromberg (Bydgoszcz) nach Krosno verlegt. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges erreichte am 6. September 1939 die Wehrmacht die Stadt und besetzte sie. Am 1. September 1944 wurde die Stadt von der Roten Armee befreit. Erinnerungsbild, von Flieger Erich Steiner mit Feldpost an Wilhelm Hafner gesandt. Der Gipser Wilhelm Hafner diente in Krosno in einer Radfahrerschwadron.
Das Foto zeigt den Flugplatz Krosno. Vor einer Flugzeughalle wird eine Messerschmitt Bf 109 gewartet. Auf dem Dach der Halle weht die Reichskriegsflagge. Da in dieser Einrichtung strenges Fotografierverbot herrschte, hat ein Kamerad Steiners diese Szene gezeichnet. Angeblich wurde ein heimliches Foto gemacht und dieses abgezeichnet. Der Wannweiler Erich Steiner, Jahrgang 1918, machte bei der Wehrmacht eine Karriere vom einfachen Soldat zum Fluglehrer. Nach dem Besuch der Volksschule lernte er bei der Ortsansässigen Schreinerei Gaiser & Co. das Schreinerhandwerk. Die Liebe zu seinem Beruf und der Drang Flugzeugführer zu werden, wird in seinen Briefen deutlich. Oft erkundigt er sich nach seinen Kollegen und lässt ihnen Grüße ausrichten. Als er das Ziel „Flugzeugführer“ erreicht hatte, dachte er nicht, daß er wegen seiner hervorragenden Kenntnisse zur Ausbildung anderer Flugzeugführer verwendet werden sollte. Er wollte als Kampfflieger an die Front. Mit einem Jagdflugzeug, angeblich einer Messerschmitt BF109, soll er , um eine Strafversetzung an die Front zu provozieren, durch die Bogen einer Flussbrücke geflogen sein. Steiners Leben endete tragisch. Er fiel nicht im Luftkampf, sondern stieß bei einem Übungsflug mit einem Flugschüler zusammen. Dieser konnte sich mit dem Fallschirm retten, für Steiner kam jede Hilfe zu spät.
Nur ein paar Wochen später ereilte seinem etwa gleichaltrigen Kollegen Wolf (Sohn des Kaufmann Wolf) aus Kirchentellinsfurt das gleiche Schicksal. Auch er konnte seinen Flugschüler noch retten, fiel selbst jedoch in den Tod.

Kommentare

Raimund Vollmer hat gesagt…
Lieber Walter, das sind die Geschichten, die deinen Blog einziartig machen . mit Ausnahme der von Werner Früh aus Betzingen. Von euch können wir nur lernen.

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