Wannweil, älteste Ansicht von 1683

Vorlage: mit freundlicher Genehmigung Hauptstaatsarchiv Stuttgart, H107/18Nr.52Bl.25, alle Rechte vorbehalten.

Ansicht aus dem Forstlagerbuch des Andreas Kieser von 1683.

Es ist die früheste bildliche Ansicht unseres Ortes überhaupt. Die Ortsansicht stammt aus den illustrierten Lagerbücher, in denen der Obristleutnant Kieser die Vermessung der württembergischen Forste neu niederlegte. Vorlage für die Ansichten waren von den Feldmessern im Gelände aufgenommenen Skizzen. In den Lagerbüchern wurden die Ansichten mit Bleistift vorgezeichnet, dann mit Feder und Pinsel mit Aquarellfarben ausgeführt.
Es handelt sich also um keine künstlerische Darstellung, sondern hat dokumentarischen Charakter. Wir können aus der Ansicht auslesen, dass z.B. etliche Häuser, die mit den gelb angelegten Dächern, mit Stroh gedeckt waren. Rechts oben sieht man einen Weinberg mit Kelter. Dieser wird in späteren Akten nicht mehr erwähnt, existiert aber heute noch als Flurname "Alter Wengert". Links erkennt man Äcker und hinter der Kirche Streuobstwiesen. Es wird auch deutlich, dass auf dem "Überschwemmungsgebiet" der Echaz nur ein paar unbedeutende Kleinbauten stehen. Zwei Brücken über die Echaz sowie ein laufender Brunnen sind eingezeichnet. Die Kirche mit Kirchhof ist ummauert und mit der Zehntscheuer verbunden. Unter den Grundmauern der Zehntscheuer wurden bei Bau des Rathauses Reste einer Burg entdeckt. 1888 wurde die Zehntscheuer abgebrochen und das Gasthaus Zum Hirsch an diesem Platz gebaut, welches nach 90 Jahren ebenfalls abgebrochen wurde. Ungefähr an dieser Stelle wurde 1995/96 das neue Rathaus erstellt.
Wannweil bestand damals hauptsächlich aus 15 Lehenshöfen des Reutlinger Spitals. Vor dem 30jährigen Krieg hatte Wannweil 275 Einwohner, nach dem Krieg nur noch 37 Seelen. Erst im Jahr 1700 wurde die ursprüngliche Einwohnerzahl wieder erreicht.

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