Wannweil und seine 15 Lehenshöfe, der 8. Hof


Aufnahme um 1950, Haus Henes, Hauptstraße 15.

Das Gebäude wurde 1990 von der Erbgemeinschaft Henes an die Gemeinde veräußert und unter Mitwirkung der Denkmalbehörde von Grund auf restauriert. Viele Jahre war im I. Stock in den beiden Zimmern (den Scheunen zu) die Versammlungen der Hahnschen Gemeinschaft, einer pietistischen Bewegung. Bis 1937 waren der Kuh- und Schweinestall im Haus, da wo später der Friseurladen und die Waschküche waren. Der Pferdestall war im Raum rechts der Haustüre. Ein Friseurladen wurde 1954 eingebaut.




Die Lage im Ortsplan von 1842

Zusatnd 1930: Haus Nr. 10, später Hauptstraße 15, gehörte Johann Georg Henes, Bauer hier und Nr. 11, später Hauptstraße 17, Johann Georg Henes Bauers Witwe. Auf diesem Hof wurde früher die Kronenwirtschaft betrieben.
Besitzverhältnisse 1711: Jung Hans Hipp und Hanns Jerg Bader, vorher Jakob Laupp. Ältester Brief: Konrad Walkern und später Hanssen Kochen.
Flurnamen: Hofäckerlin.
Besitz: 13 Mannsmad Wiesen, 37 Jauchart Acker, 1 Jauchart 3 Viertel Länder
(erwähnt wird, dass 2 Häuser zum Hof gehören. eben Haus 10 und 11.)

Zustand Hauptstraße 15 im Jahr 2009

Das renovierte Haus wurde Ende 2003 neu bezogen. Im Erdgeschoß, in den ehemaligen Ställen und dem späteren Frisörsalon wurde eine Praxis für Physiotherapie und Krankengymnastik eingerichtet. Die Wohnungen wurden in einen modernen Zustand versetzt. Das rechts ins Bild ragende Haus Hauptstraße 19, nach der alten fortlaufenden Nummerierung als Nr. 9 bezeichnet, wurde vor das dahinterstehende Haus Hauptstraße 17 gebaut. Welches Haus älter ist und in welchem sich im 19. Jahrhundert die alte Kronenwirtschaft befand muss noch festgestellt werden.



Der Bauer auf Haus 11

Die Grabplatte des 1931 verstorbenen Johann Georg Henes. Um 1955 herum wurde das Grab abgeräumt und der Grabstein nicht verworfen sondern im Schuppen eingelagert. Dort lag er noch beim Schleifen der Scheunen.
Johann Georg Henes war ein gläubiger Mann und hielt in seiner Wohnstube sein Leben lang die sonntägliche "Stunde" der Hahnschen Gemeinschaft, einer pietistischer Bewegung ab. Nach einem Tod wurde diese Tradition weiterbehalten.
Johann Georg Henes (1850-1931) und seine Frau Christina Raiser (1859-1936) stammen beide aus alten Wannweiler Familien. Die Ahnenreihen lassen sich bis 1593 zurückverfolgen.
Die Enkel Gottlob und Else Henes waren beide unverheiratet und betrieben die Landwirtschaft im Haus Hauptstraße 17. Else wohnte dort bis zu ihrem Tod im Herbst 1988. Sohn Christian Henes, Architekt und langjähriger Kirchenpfleger, heiratete in die Familie Kämmerle in der Kurzen Straße ein.
Zu den nachbarlichen Höfen bestanden verwandtschaftliche Beziehungen. So war der Ochsenwirt ein Vetter 5. Grades, die Mutter des Christian Gaiser vom anderen Nachbarhof eine Base, der Einfahrtjakob und der Wagner Johann Georg Wollpert waren Vettern 3. Grades und der Vater des Heusel-Schreiners war ebenfalls ein Vetter.

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