Wannweil und seine 15 Lehenshöfe, der 2. Hof


Foto Gemeindearchiv
Das Haus Kern, Hauptstraße 7, abgegangen 1978


Zusammen mit dem Gasthaus Hirsch, (im Plan Nr. 23) wurde das Bauernhaus mit der Nr. 22 von der Gemeinde erworben und 1978 abgebrochen. Damals schon wurde für ein zukünftiges Rathaus Platz geschaffen. Die Scheunen zu diesem Hof haben im Plan die Bezeichnung a und b, es sind die typischen Doppelscheunen, diese wurden schon früher abgebrochen.

Foto Kern/Walker
Aufnahme um 1935, Besitzer damals war Christian Kern, der "Zeahtroikern".


Es gab viele Familien im Ort welche den Namen Kern trugen. Deshalb bekam der Christian den unaussprechlichen Namen "Zeahtroikern". Die Vorsilben bedeuten "Zehnt" weil bis 1888 anstelle des Hirsch die Zehntscheune stand. Die zweite Silbe bedeuten "Rain" weil das Haus etwas erhöht, also an einem Rain stand. Das neue Rathaus entspricht im Grundriss ungefähr den Gebäuden Nr. 22 und 23, nur etwas nach rechts versetzt. Das alte Rathaus wurde im August 1996 abgebrochen.


Ortsplan als Situationsplan von 1910

Auszug aus dem Lagerbuch von 1711, Beschreibung des Anwesens.


Damals gab es noch keine Katasterpläne und kein Grundbuch, aber ein Lagerbuch. In diesem Buch ist der Besitz genau beschrieben, die Lage des Hofes, die Lagen der Wiesen und Äcker sowie die Abgabepflichten. Lesen Sie hier einen Auszug in Originalschreibweise:
Der 2te Hof
Hanns Jakob Kern und Hanns Jakob Bruklacher und Hansjörg jg. Walz und Markus Wolpert von Wannweil und daselbsten gesessen haben innen einen Hoff von dem Spital zu Reutlingen als Eigenthumsherrn zu einem Erblehen welchen sie von Margaretha weil. alt Hannß Otten Wittib einen und besessen hat. Daraus geben sie Mayern und jeder solches Hoffs Inhaber von allen Früchten so auf den Äckern anbauen worden, und Gott der allmächtige wachsen lässt, das Viertel zur Landgarbenund sollen, wenn sie schneiden wollen, solchen Schnitt je zur Zeiten des Spitals Pflegers drei oder vier Tag ohngefährlich davor verkünden und zu wissen tun damit sie sich mit einem Landgarber ...
Darein gehören nachbeschriebene Güter
Ein Haus, Scheuren, Hofraitten und ein Gartt darhinter auf drittselb Viertel ohngefährlich bei der Zehendscheuer zwischen Martin Walzen Schultheißen ein-, anderseits dem Kirchhof und Hansjörg Roesers Schulmeisters eigen Haus so von alters ein Pfarrhaus gewesen, liegen, vornen auf die Zehendscheuer und die Gemeind, dahinten des Pfarrers Grasgarten stoßend.
Nota: dieses selbe Haus besitzt nun per Kauf Hanß Jedelin und zahlt davon das Fasselwerk.
Wiesen
Foto Kern/Walker


Der Besitzer des Haus Hauptstraße 7, Christian Kern.


Das Hochzeitsbild von 1917, Christian (1886-1969) als Kriegsteilnehmer in Feldgrau, Johanna Barbara geb. Walker (1891-??) in Wannweiler Tracht. Beide entstammen alten Wannweiler Familien mit den Namen Kern, Walker, Walz, Hipp, Scheurer, Wollpert, Kehrer, Brucklacher, Maier, und Früh. Christian und Johanna Kern hatten zwei Kinder.
Der Sohn Adolf Kern (1919-2007) war selbstständiger Malermeister in Wannweil.
Die Tochter Johanna (1925-2009) trug den Namen König.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

SV 21 Wannweil, der Weg zur I. Amateurliga.

Wannweil und seine 15 Lehenshöfe, der 4. Hof

SV Wannweil, Meister der II. Amateurliga, Gruppe 4 im Spieljahr 1969/70; Zweiter Aufstieg in die Schwarzwald-Bodenseeliga