Vor 150 Jahren: Deutscher Bruderkrieg





Der Soldat Christoph Ott trägt die Uniform nach dem Modell von 1864 und die Kriegsdenkmünze für den Feldzug 1866. Die Offiziere durften die neue Uniform schon im Krieg 1866 tragen, die Mannschaften erst ab 1869. Das Gewehr ist das württembergische Zündnadelgewehr M 1857/67. Das Bild ist sehr wahrscheinlich vor 1870 aufgenommen worden. Im Feldzug gegen Frankreich 1870/71 war Christoph Ott auch dabei.
Die Urkunde ist vom Kriegsminister Generalleutnant Oskar von Hardegg und seinem Adjutanten, dem Kanzleidirektor und Sekretär des Militärverdienstordens   Major Adolph Friedrich von Seubert  unterschrieben.



Der Deutsche Krieg von 1866, auch deutscher Bruderkrieg genannt, war ein Krieg des Deutschen Bundes unter der Führung Österreichs gegen Preußen und dessen Verbündete. Der Sieg Preußens über Österreich hatte die Auflösung des Deutschen Bundes zur Folge. Die näheren geschichtlichen Hintergründe sind bekannt oder in Wikipedia zu finden. Vier Generationen nach diesem Ereignis sind die Teilnehmer aus der Erinnerung nahezu verschwunden. Männer aus unserer Gemeinde welche in Stuttgart und Ludwigsburg gedient hatten waren an der Schlacht bei Tauberbischofsheim im Juli 1866 beteiligt. Kriegsentscheidend war allerdings schon drei Wochen vorher die Schlacht bei Königgrätz.

Folgende Wannweiler Bürger waren beim Feldzug dabei:
Martin Henes, Zimmermann, geb. 3.11.1839, diente 1860 bei der Infanterie.
Jakob Hipp, Schneider, geb. 12.1.1838, diente 1859 beim Armeetrain.
Martin Kern, Maurer, geb. 9.12.1842, diente 1863 bei der Kavallerie.
Jakob Kern, Bauer, geb. 26.5.1842, diente 1864 bei der Leibgarde.
Christian Ott, Weber, geb. 8.12.1841, diente 1862 bei der Artillerie.
Wilhelm Rilling, Bauer, geb. 14.5.1841, diente 1862 bei der Kavallerie

Christian Kern, Metzger, geb. 6.3.1844, diente 1865/66 beim Grenadierregiment 119.
Christoph Ott, Schmied, geb. 30.11.1842, von 1863 bis 1868 Soldat.

Christian Kern und Christoph Ott waren Kirchentellinsfurter Bürger. Kern zog 1890 nach Wannweil und betrieb hier eine Metzgerei, Ott heiratete 1869 die Wannweilerin Elisabetha Walz und arbeitete bei der Bahn. Von ihm ist noch ein Foto als Soldat erhalten.

Es ist mir bewusst, dass sich nur sehr wenige für diese Ereignisse interessieren. Nicht einmal die regionalen Medien haben das Ereignis des Deutschen Bruderkrieges, welches nun 150 Jahre zurückliegt, entsprechend gewürdigt. An den ausbleibenden Kommentaren merke ich auch, dass sich eigentlich niemand wirklich für unsere Geschichte, in dieser Form dargestellt, interessiert. Es ist mir trotzdem ein Anliegen, gelegentlich einen Bericht zusammenzustellen. Walter Ott 

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