Bildtafel aus der Johanneskirche


Ein Zufallsfund.
Die Tafel, ein Emporebild,  wurde bei der Kirchenerweiterung 1891 entfernt und hängt nun wieder als Leihgabe neben der Orgel. Umsichtige Handwerker machten es möglich.
Im Haus der Wannweiler Familie Handel in der Grießstraße befand sich im Schuppen ein alter Werkzeugschrank des Zimmermanns Martin Handel. Von der Herkunft dieses alten Werkzeugschrankes wurde in der Familie Handel folgende Geschichte überliefert: Beim Umbau der Johanneskirche im Jahr 1890, hatte der Zimmermann Martin Handel den Auftrag, Teile der alten Orgel zu entfernen. Ein kasten- oder kistenförmiges Teil schien ihm zu schade, um als Feuerholz zerhackt zu werden, es zeigte sich dazu geeignet als Werkzeugschrank zu dienen. Er brachte es in seiner Werkstatt als Hängeschrank an der Wand an und bewahrte darin seine Werkzeuge auf. Die Besonderheit des Schrankes, von der alten Kirchenorgel zu stammen, wurde in der Familie hochgehalten. Als nun vor etlichen Jahren der Enkel des Zimmermanns Handel, Walter Handel, den Schuppen am elterlichen Haus zu einer Garage umbauen wollte, entfernte er den nun wurmstichig gewordenen Wandschrank mit der Absicht, ihn zu verbrennen. Als er zuletzt die Rückwand von der Wand riss, war er sehr erstaunt, auf der Rückseite ein Gemälde zu entdecken. Vorsichtig entfernte er die übrigen Holzteile von der Rückwand und bewahrte diese auf.
Bei der Ausstellung in der Kreissparkasse im Advent 1991, anläßlich des Kirchenumbaues vor 100 Jahren, konnte das Bild erstmals der Öffentlichkeit gezeigt werden. Walter Wandel ermöglichte es freundlicherweise, daß das Bild restauriert und anschließend in der Johanneskirche aufgehängt werden konnte.
Dadurch, daß das Bild mit der Sichtseite zur Wand aufgehängt war, wurde es von Licht, Staub und Abnutzung geschützt und ist sehr gut erhalten. Es besteht aus einem gestemmten Rahmen mit abgeplatteter Füllung aus Fichtenholz. Die Größe mit Rahmen beträgt 88 cm in der Breite und 97 cm in der Höhe, der Rahmen ist marmorähnlich bemalt, die Füllung mit dem Bild und der Inschrift ist 63/73 cm groß.
Das Bild stellt den harfespielenden König David dar, darüber steht:
"Alles was Odem hat lobe den Herrn Psal. 150 Halleluja  Vers 6"
Unter dem Bild steht:
"Joh. Georg Walz, 17 der Zeit Bürgermeister 98".
An welcher Stelle der Orgel das Teil eingebaut war, ist wohl nicht mehr festzustellen, auf einem Plan der alten Kirche ist die Orgel als freistehend und ringsum zugänglich zu erkennen.

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