Spinnereigeschichten - Zeitzeugen berichten.

Zeitzeugen berichten. Von links: Eugen Schweizer, Helmut Kern, Hans Rilling, Moderator Hauke Petersen und Barbara Hummel.

Wannweiler Geschichten.
Der Krankenpflegeverein und die Gemeindebücherei hatten am Donnerstag, den 10. Januar 2013 in die Bücherei im Wannweiler Rathaus eingeladen. Ehemalige Spinnereimitarbeiter berichteten dem zahlreichen Puplikum über ihr Berufsleben bei der Spinnerei & Weberei Wannweil. Helmut Kern hat die Kriegszeit noch miterlebt, erinnerte sich an die mageren Nachkriegsjahre und an schönen Ausflüge in der Wirtschaftswunderzeit. Für Barbara Hummel war die Spinnerei das Sprungbrett ins Berufsleben. Sie fand hier nach der Ausreise aus Rumänien über Österreich eine erste richtige Arbeitsstelle mit ordentlichem "Zahltag" in "Deutscher Mark". Dies war damals auch die Voraussetzung zu einer eigenen Wohnung. Hans Rilling kennt den Betrieb vom Eintritt als Schlosserlehrling bis zum bitteren Ende. Am 31. März 1987 verließ er, wie die anderen 105 Mitarbeiter, mittags um vier Uhr als 52 Jahre alter Arbeitsloser das Fabriktor. Eugen Schweizer war der letzte Betriebsleiter. Er musste zusehen wie sich das Unheil der Betriebsschließung anbahnte. "Ich hätte noch Ideen gehabt". Rationalisierungspotential war vermutlich noch vorhanden, aber die Geschäftsleitung hat anders entschieden. Hauke Petersen vom Krankenpflegeverein hat gut recherchiert. Er hat nicht nur die anwesenden Zeitzeugen befragt sondern konnte auch von kürzlich verstorbenen und altersbedingt verhinderten "Ehemaligen" noch Anekdoten vorlesen.

Foto und Bericht: Walter Ott

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