Spinnerei im Krieg

Lage der Baracken für die Zwangsarbeiter, damals Fremdarbeiter genannt.

Markiert ist das "Russenbrückle" über die Echaz. Es wurde in den Kriegsjahren errichtet, um die links der Echaz liegenden Baracken zu erschließen. Südöstlich des Rasensportplatzes befand sich ein Barackenlager. Die Flurstücke 1632 bis 1637 waren bis 1947 mit Barackenlager der Firma Daimler-Benz belegt. Baracken auf drei Betonplatten wurden angelegt. Zwei Platten 1947 wieder entfernt. Die dritte Platte wurde vom Baugeschäft Walker weiterverwendet. Die Grundstücke wurden von der Firma Daimler-Benz im Februar 1944 gepachtet und auf den 30.4.1948 wieder gekündigt. In den Pachtverträgen steht, dass "die Verpächterin bis Kriegsende auf ihr Kündigungsrecht verzichtet".  Die Pächter, sieben Bürger, erhielten auch für die Zeit der französischen Militärregierung ihre Pacht. Jahrespachtzins gesamt 364 RM. Das Requisitionsamt Reutlingen erstattete die Pacht für die Zeit der Belegung durch die Besatzungsmacht. Die Grundstückseigentümer wurden 1948 entschädigt damit sie ihre Wiesen wiederherstellen konnten.
Textquelle Gemeindearchiv Wannweil


Zahnradfertigung für Daimler-Benz Motoren in Wannweil
Nach der Bombardierung des Daimler-Benz-Werkes in Untertürkheim wurde die Zahnradproduktion nach Wannweil in die Spinnerei und Weberei verlegt. Die Zwangsarbeiter wohnten in Baracken beim Sportplatz zusammen mit Leidensgenossen aus Holland, Polen und der UdSSR. Zwischen November 1943 und Kriegsende waren dort neben einigen wenigen Deutschen, neunholländische, drei tschechische, sieben italienische, elf belgische, ein Pole, 106 sowjetische und 85 französische Arbeitskräfte eingesetzt. Dazu kamen die Arbeitskräfte, die bereits vor der Beschlagnahme der Spinnerei und Weberei dort gearbeitet hatten, wobei es sich um hauptsächlich polnische, belgische, französische und jugoslawische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter handelte.

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