Wiesenwässerung 1908 an der Echaz


Die Wiesenwässerung hatte bis zum 1. Weltkrieg einen hohen Stellenwert. Der Wässerungsmeister hatte sogar das Recht, dem Spinnereibetrieb das Wasser "wegzunehmen".


Der Feldschütz Martin Jedele wurde 1912 zum als Wässerungsmeister aufgestellt.
Wie die Aufforderung des königlichen Oberamtes der Spinnerei mitgeteilt wurde steht in folgender Abschrift:

Schreiben vom 4.12.1912 (Gemeindearchiv A26)
Fa. Spinn- und Zwirnerei Hier,
Zur gefl. Kenntnisnahme untenstehenden Erlasses.
Der von dem Grießwiesenausschuß aufgestellte Wässerungsmeister Jedele hat in Zukunft nur allein noch das Recht die Hauptfalle am Wehr zu schließen und zu öffnen. Jede Verrichtung an der Falle muß Jedele ohne Ausnahmen zur Anzeige bringen. Hiernach hat auch … Firma keine Befugnis mehr, an der Hauptfalle irgend etwas zu machen. Auf den letzten Absatz untenstehenden Erlasses weise ich besonders hin.
Ich bitte Ihre Arbeiter, namentlich Mohl, Lumpp Chr., Steiner von dem Verbot unterschriftlich Kenntnis zu geben.
Um Empfangsbescheinigung auf Gegenwärtigem wird ersucht.
Wannweil, den 4. Dezember 1912. Schultheißenamt gez. Molfenter.
Von vorstehendem Kenntnis genommen zu haben bescheinigen:
Wannweil, den 6. Dezember 1912
p.pa. Spinn- Zwirnerei Wannweil (Unterschriften nicht leserlich.)

Beachtlich ist die umgehende Bearbeitung durch Gemeindeverwaltung: Das Oberamt schrieb am 3. Dezember, bereits einen Tag darauf ging ein Schreiben von Schultheiß Molfenter an die Spinnerei und wurde zwei Tage später schriftlich bestätigt.

Mehr über das Wässern.

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